Frühe Meister der Filmkunst: In jenen Tagen

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Frühe Meister der Filmkunst: In jenen Tagen

Veranstaltet von: Filmkunst66

Ort: Bleibtreustraße 12, Bleibtreustraße 12, Berlin - Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

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Filme

Über die Veranstaltung

D 1947
Trümmerfilm
Regie: Helmut Käutner
Drehbuch: Helmut Käutner, Ernst Schnabel
Produktion: Camera-Film GmbH, Hamburg (Helmut Käutner)
Musik: Bernhard Eichhorn
Kamera: Igor Oberberg
Schnitt: Wolfgang Wehrum
Besetzung: Gert Karl Schaefer, Erich Schellow, Winnie Markus, Werner Hinz, Karl John, Alice Treff, Franz Schafheitlin, Hans Nielsen, Gisela Tantau, Ida Ehre, Willy Maertens, Erica Balqué, Eva Gotthardt, Hermann Schomberg, Hermann Speelmans, Fritz Wagner, Erwin Geschonneck, Carl Raddatz u.a.
98 Minuten, s/w, FSK 12

Zwei Arbeiter schlachten unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein altes Auto aus. Sieben Requisiten, die sie in oder an dem Wagen finden, führen zu sieben Geschichten zurück, die dieses Auto seit Beginn der NS-Diktatur "miterleben" musste und nun erzählt. Da ist ein Datum in die Windschutzscheibe geritzt – der 30.Januar 1933, der Tag von Hitlers Machtergreifung; ein Kamm führt zurück zu einem verfemten Komponisten; eine vergessene Hutklammer stellt die Verbindung her zum Schicksal zweier Menschen in einer so genannten "Mischehe"; ein illegal Tätiger verschwindet plötzlich; die Erinnerung an den 20. Juli 1944 wird wach; dann bahnt sich der Wagen seinen Weg durch den Winter an der Ostfront, und endlich ist er wieder daheim – gerade zur rechten Zeit, um auch das düstere Ende mitzuerleben. (filmportal.de)

Im August 1946 begannen die Dreharbeiten, mit einer geliehenen Kamera. Auch die restlichen Ausrüstungsgegenstände mussten auf dem Schwarzmarkt gekauft, geliehen oder anderweitig beschafft werden. Da es in Hamburg zu der Zeit keine Ateliers gab, wurde ausschließlich unter freiem Himmel gefilmt.

Dies machte die Dreharbeiten vor allem in dem harten Winter 1946/47 zu einer Tortur, die Temperaturen fielen bis auf minus 26 Grad Celsius. Mangels Studios konnte auch für die Autofahrten keine Rückprojektion eingesetzt werden, weshalb für manche Szenen Kameramann Igor Oberberg auf die Motorhaube geschnallt werden musste und ein mit Kabeln verbundener Tonwagen neben dem Fahrzeug herfuhr.

In jenen Tagen wurde als erster deutscher Film auf dem Internationalen Filmfestival von Locarno prämiiert und erhielt 1960 von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden das Prädikat „besonders wertvoll“.

Filmhistoriker und -journalisten im Verbund Deutscher Kinematheken wählten den Film 1995 zu einem der 100 wichtigsten deutschen Filme aller Zeiten.

„Schwerlich ist in der ganzen deutschen Nachkriegsliteratur so tonlos, so im ‚Nebenbeigesprochenen‘ und so haargenau die kennzeichnende Sprache der Tyrannei festgehalten. ... Was hier gezeigt wird, sehr still, mit der Selbstverständlichkeit des guten Herzens, darauf gibt es kein Gegenargument. Es ist, als riefe die helle Stimme des Knaben David, der den Unmenschen Goliath erschlug, den Bangenden Mut zu.“ ('Die Gegenwart', 1948)

„Käutner hat die in Fachkreisen auf ihn gesetzten Hoffnungen weiß Gott nicht enttäuscht. Im Gegenteil: technisch, in seiner ‚Notkunst‘ des Andeutens und Abstrahierens, hat er sie wahrscheinlich sogar übertroffen. […] Seit dem 13. Juni 1947 gibt es wieder einen ernst zu nehmenden deutschen Film.“ (Wolfdietrich Schnurre in 'Der Neue Film')

Ursprüngliche Veranstaltungsquelle

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