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Igor Strawinskys Violinkonzert in D-Dur. 18.Juni 2026
Veranstaltet von: Galerie Am Roten Hof
Ort: Galerie am roten Hof, Piaristengasse 1, Wien - Josefstadt
Über die Veranstaltung
Eintritt – freie Spende
Am 18. Juni findet in der Galerie am Roten Hof ein besonderes Konzert statt, das einem bedeutenden Jubiläum gewidmet ist: dem 144. Geburtstag von Igor Strawinsky. Im Mittelpunkt des Programms steht sein wegweisendes Violinkonzert in D-Dur aus dem Jahr 1931, das als eines der glanzvollsten Beispiele seiner neoklassizistischen Phase gilt.
Die Geschichte dieses Werkes ist eng mit dem Verlag Schott Music verbunden, der Strawinsky 1930 vorschlug, ein Stück für den Geiger Samuel Dushkin zu komponieren. Da Strawinsky selbst kein Geiger war und der emotionalen „Wärme“ von Streichinstrumenten skeptisch gegenüberstand, zögerte er zunächst. Es war sein Kollege Paul Hindemith, der ihn davon überzeugte, dass gerade seine mangelnde Erfahrung mit der Geige zu einer völlig originellen und unkonventionellen Komposition führen könne.
Ein legendärer Moment der Musikgeschichte ereignete sich während eines Treffens in einem Pariser Café: Strawinsky skizzierte einen dissonanten Drei-Noten-Akkord (D-E-A) auf eine Serviette und fragte Dushkin nach dessen Spielbarkeit. Obwohl der Geiger zunächst zweifelte, fand er schließlich die passende Applikatur. Strawinsky war begeistert und nannte diesen Akkord fortan den „Pass des Konzerts“, da er als verbindendes Element jeden der vier Sätze eröffnet.
Das Werk bricht mit der traditionellen Dreiteiligkeit und ist in vier Sätzen angelegt, deren Bezeichnungen an barocke Suiten angelehnt sind:
- Toccata: Energisch, ironisch und von rhythmischen Besonderheiten geprägt.
- Aria I: Eine komplexe polyphone Komposition.
- Aria II: Ein für Strawinsky ungewöhnlich lyrischer und warmer Satz.
- Capriccio: Ein virtuoses Finale, das an die Struktur barocker Doppelkonzerte erinnert.
Strawinskys Stil wird in diesem Zusammenhang oft als „musikalischer Kubismus“ bezeichnet. Während Komponisten wie Mozart nach Symmetrie strebten, zerlegte Strawinsky die Formen und setzte sie kantig und rhythmisch unvorhersehbar neu zusammen. Für das österreichische Musikleben stellt das Werk einen faszinierenden intellektuellen Gegenpol zur spätromantischen Tradition dar.
Besucher des Konzerts am 18. Juni dürfen sich auf eine besondere Fassung freuen: die autorisierte Bearbeitung für Violine und Klavier, die Strawinsky selbst als „Réduction“ erstellte. In dieser bei Schott Music erschienenen Edition (ED 2190) fungiert das Klavier nicht als bloße Begleitung, sondern als gleichberechtigter Dialogpartner. Aufgrund des hohen technischen Schwierigkeitsgrades gilt diese Version als eine der anspruchsvollsten Aufgaben im kammermusikalischen Repertoire.
Die Interpreten des Abends:
Das technisch hochanspruchsvolle Werk wird von zwei profilierten Musikern zur Aufführung gebracht: Farid Feyzullayev (Violine) und Zhala Rasulova (Klavier). Gemeinsam gestalten sie den intensiven Dialog zwischen den Instrumenten, der für Strawinskys Kammermusik so charakteristisch ist.
Interessierte sind eingeladen, diesen „magischen Pass-Akkord“ und die visionäre Kraft Strawinskys in der Galerie am Roten Hof zu erleben.
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Veranstaltungsdetails: Die Gäste des Abends sind außerdem herzlich eingeladen, die aktuelle Ausstellung der Galerie — „BAGATELLEN II“ — zu besichtigen, die noch bis zum 20. Juni zu sehen ist.
Ursprüngliche Veranstaltungsquelle
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