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STARS VON MORGEN - Keiko Kamada 06.12.2025
Veranstaltet von: Verein "Orchesterwelt"
Ort: Roter Salon der OESTIG LSG, Wipplingerstraße 20, Wien - Innere Stadt
Über die Veranstaltung
Eintritt: freie Spende.
Anmeldung erforderlich!
Der Verein Orchesterwelt präsentiert das 49. Konzert der Reihe „Stars von Morgen im Ersten Bezirk“, eine Konzertreihe, die sich bereits großer Beliebtheit erfreut.
Die 49. Folge der Serie Stars von Morgen im ersten Bezirk offenbart mit der 24-jährigen Japanerin KEIKO KAMADA ein abwechslungsreiches Programm durch die Musikgeschichte, das über recht kurze Auszüge aus vielen bekannten Werken zum Höhepunkt am Ende hinsteuert: zu FRANZ LISZT und dessen 15-minütigem Werk aus den Jahren 1836-42 Vallée d'Obermann: Es ist das sechste und längste Stück aus dem ersten Band seines Pilgerjahre-Klavierzyklus, worin sich Liszt vom Roman des Frühromantikers Senancour, während seiner Reise durch die Schweiz, inspirieren ließ: es handelt vom melancholischen und desillusionierten Titelcharakter Obermann, der sich von der Gesellschaft abwendet und in den Schweizer Alpen Trost findet. Die Musik fängt den inneren und spirituellen Kampf ein, mit Zweifel, Leidenschaft, Naturerlebnissen und letztlich Suche nach dem Sinn des Lebens.
KEIKO KAMADA hat 2024 bereits mit u.a. Liszt ein CD-Album herausgebracht, und macht sich zuerst mit Auszügen aus dem Barock aus BACHs Wohltemperierten Klavier II aus dem Jahr 1742 und HAYDNs Sonate Nr. 54 von 1784 „warm“. In zweiterem wird sie im „Presto“, wie noch einige Male an diesem Abend, „außergewöhnliche Fingerfertigkeit“ beweisen. BEETHOVENS 1. Satz aus der Sonate Nr. 5 c-Moll op. 10 von 1798 hat es danach kontrastreich in Bezug auf das Motiv in sich.
CHOPINs berühmte Étude Op. 10 Nr. 4 in c-moll von 1833 ist in seinen durchgehenden Sechzehntelnoten mit beiden Händen feurig schnell und anspruchsvoll, sodass es mit einem „Torrent“ (Wassersturz) assoziiert wird und beim Zuhörer für Begeisterung sorgt.
Lediglich mit einem lautmalerisch poetischen, mittelstarken Regen lässt sich „Pour les Arpèges composés Etude Nr. 11“ von DEBUSSY aus dem Jahr 1915 vergleichen, indem es auf gebrochenen Akkorden (Arpeggien) basiert, deren Töne nicht gleichzeitig, sondern knapp hintereinander wie nebeneinander aufprallende Regentropfen gespielt werden. - Es zählt zu Debussys anspruchsvollsten und technisch brillantesten Stücken der Etüden-Sammlung.
Großes theatrales Unterhaltungspotential bieten darauf wieder drei Stücke aus PROKOFIEWs schönem „Rome und Julia“ op 75, was der Komponist selbst aus seinem orchestralen Ballett für Klavier solo arrangiert hat. KAMADA spielt daraus: Nr. 4 - Das junge Mädchen Julia, das weltberühmte Nr. 6 in e-Moll/G-Dur - Die Monatagues und die Capulets (auch: Tanz der Ritter), sowie Nr. 10 Romeo und Julia vor dem Abschied.
Schließlich bringt die japanische Pianistin noch einen Komponisten ihrer Herkunft mit: den 1996 verstorbenen TORE TAKEMITSU und sein nachdenklich verträumtes zeitgenössisches Stück Regenbaum-Skizze II aus dem Jahr 1992, das in Gedenken an den Franzosen Olivier Messiaen lyrisch und poetisch komponiert worden ist.(text: Mag.Elfi Oberhuber)
Programm:
J. S. Bach: Präludium und Fuge Es-Dur (WTK II)
F. J. Haydn: Sonate Nr. 54 G Dur Hob. XVI: 40
I. Allegretto innocente
II. Presto
L. v. Beethoven: Klaviersonate Nr. 5 in c-Moll, op. 10 Nr. 1
F. Chopin: Étude Op. 10 Nr. 4
--- PAUSE ---
C. Debussy: Pour les Arpèges composés Etude Nr. 11
S. Prokofiev: Romeo und Julia op. 75 10 Stücke für Klavier
Nr. 4 Das Mädchen Julia
Nr. 6 Die Montagues und Capulets
Nr. 10 Romeo und Julia nehmen Abschied
Tōru Takemitsu: Regnbaum-Skizze II – Zum Gedenken an Olivier Messiaen
F. Liszt: Vallée d'Obermann
Einführung: Evgeniia Lianskaya-Lininger
Keiko Kamada, 2001 in Tokio (Japan) geboren, ab zwei Jahren Klavierspiel. Studium am Schubert-Konservatorium in Wien, Meisterkurse bei Kurt Seibert und Stephan Möller. Seit 2021 Klasse von Lilya Zilberstein an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Dort erhält sie auch Kammermusikunterricht bei Sibila Konstantinova und Srebra Gelleva. Im Januar 2024 erschien ihr erstes CD-Album Harmony mit Werken von Mozart, Beethoven und Liszt bei KNS Classical. Im Juni 2025 Debüt als Solistin mit Orchester beim Music Fest Perugia, mit eindrucksvoller Interpretation des ersten Satzes aus Beethovens 2. Klavierkonzert.
Ursprüngliche Veranstaltungsquelle
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