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Style and morals (conference)
Stil und Moral (Konferenz)
Veranstaltet von: Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin
Ort: Pariser Str. 1, Pariser Straße 1, Berlin - Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
Über die Veranstaltung
Literarische und ästhetische Debatten in der deutschen und „westlichen“ Öffentlichkeit wurden in den letzten Jahren häufig unter moralischen Gesichtspunkten geführt. Dafür könnten Identitätspolitik und Aktivismus verantwortlich sein; Doch daran kann niemand zweifeln, dass die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Krisen auch eine moralische und ethische Dimension haben. Dennoch herrscht in der Literaturwissenschaft nach wie vor eine skeptische Distanz zu moralischen Anforderungen. Dies basiert auf der seit langem vertretenen Überzeugung, dass im Medium Literatur „verpackte“ Überzeugungen zu Lasten der literarischen Fähigkeiten gehen. Im Mittelpunkt solcher Debatten steht daher häufig der literarische Stil. Er ist der Vertreter einer Idee ästhetischer Autonomie, die im Wesentlichen das Recht auf Ablehnung moralischer Ansprüche einschließt. Nach diesem Autonomiebegriff löste sich die Literatur um 1800 nicht nur von Rhetorik und Religion, sondern lehnte auch systematisch moralische Erwartungen ab. Aber so einfach war es natürlich nie. Zwischen ästhetischen Wertungen und moralischen Werten bestehen seit langem komplexe, aber tabuisierte Zusammenhänge (auch bei Kant), die nun neu in den Fokus rücken. Unsere Tagung nimmt dies zum Anlass, das Verhältnis von Stil und Moral in beispielhaften historischen Konstellationen neu zu vermessen. Neben Fallstudien zu einzelnen Autoren werden auch literarische Strömungen und Diskurse berücksichtigt. Seit wann und in welchen Kontexten geraten Stil und Moral in Spannung? In welcher Beziehung stehen sie zueinander in der Literatur um 1800, in der Volksaufklärung, nach 1945 und in der Gegenwartskultur? Ist der moderne Diskurs über das Böse – von Sade über Baudelaire bis hin zu Rimbaud oder Céline – ein emphatischer Stildiskurs? Welche literarischen Genres und Formen eignen sich besonders, um ein Spannungsfeld zwischen Stil und Moral darzustellen?
Organisiert von Eva Geulen, Pola Groß, Claude Haas
Programm
Mittwoch, 8. Oktober 2025
18.15 Uhr
• Eva Geulen, Pola Groß, Claude Haas (ZfL): Willkommen
18.30 Uhr Keynote
• Inka Mülder-Bach (Ludwig-Maximilians-Universität München): Diskretion
Donnerstag, 9. Oktober 2025
10.30 Uhr
• Pola Groß (ZfL): „Von kleinen Flecken auf ein schönes Werk“ – Stil und Moral bei Autoren 1800
1:00 Uhr
• Elisa Ronzheimer (Universität Bielefeld): Stilistik und Humanismus nach 1945
• Moritz Baßler (Universität Münster): „Weltanschauung unzureichend.“ Vorkriegslässigkeit im literarischen Feld der 1950er Jahre
15:30
• Gianna Zocco (ZfL): Literatur im Spannungsfeld von stilistisch-ästhetischer und moralisch-politischer Bewertung: Zur Wiederentdeckung von James Baldwin in Deutschland
• Eva Blome (Universität der Bundeswehr München): Zur Moral der Form. Ich-Sagen und Polyvalenz in der Literatur und der literarischen Welt der Gegenwart
Freitag, 10. Oktober 2025
9.30 Uhr
• Melanie Möller (FU Berlin): Der Stil ist die Person? Literatur im Fokus der Lebenswelt (Catull, Casanova, Céline)
• Hinrich Schmidt-Henkel (Berlin): Stil und Grausamkeit – Louis-Ferdinand Céline
11.45
• Karen Feldman (UC Berkeley/American Academy of Berlin): Moralizing Styles: Job and his Leserzahl
13,45
• Eva Eßlinger (Universität Konstanz): Unbegrenzte Rede. Close Writing in fiktionalen Autobiografien
• Nathan Taylor (Goethe-Universität Frankfurt a.M.): Styles of Redress: Elmiger Revises Kleist
16 Uhr Podiumsdiskussion
Moderation: Claude Haas (ZfL)
• Stil und Moral in der Gegenwartskultur
mit Diedrich Diederichsen (Wien), Hanna Engelmeier (KWI Essen), Johannes Franzen (Universität Mannheim)
Abb. oben: D.M. Nagu, aus der Serie L'avenir du livre (2023/24)
Alle Informationen und Updates auf unserer Website https://www.zfl-berlin.org/veranstaltungen-detail/items/stil-und-moral.html
Organisiert von Eva Geulen, Pola Groß, Claude Haas
Programm
Mittwoch, 8. Oktober 2025
18.15 Uhr
• Eva Geulen, Pola Groß, Claude Haas (ZfL): Willkommen
18.30 Uhr Keynote
• Inka Mülder-Bach (Ludwig-Maximilians-Universität München): Diskretion
Donnerstag, 9. Oktober 2025
10.30 Uhr
• Pola Groß (ZfL): „Von kleinen Flecken auf ein schönes Werk“ – Stil und Moral bei Autoren 1800
1:00 Uhr
• Elisa Ronzheimer (Universität Bielefeld): Stilistik und Humanismus nach 1945
• Moritz Baßler (Universität Münster): „Weltanschauung unzureichend.“ Vorkriegslässigkeit im literarischen Feld der 1950er Jahre
15:30
• Gianna Zocco (ZfL): Literatur im Spannungsfeld von stilistisch-ästhetischer und moralisch-politischer Bewertung: Zur Wiederentdeckung von James Baldwin in Deutschland
• Eva Blome (Universität der Bundeswehr München): Zur Moral der Form. Ich-Sagen und Polyvalenz in der Literatur und der literarischen Welt der Gegenwart
Freitag, 10. Oktober 2025
9.30 Uhr
• Melanie Möller (FU Berlin): Der Stil ist die Person? Literatur im Fokus der Lebenswelt (Catull, Casanova, Céline)
• Hinrich Schmidt-Henkel (Berlin): Stil und Grausamkeit – Louis-Ferdinand Céline
11.45
• Karen Feldman (UC Berkeley/American Academy of Berlin): Moralizing Styles: Job and his Leserzahl
13,45
• Eva Eßlinger (Universität Konstanz): Unbegrenzte Rede. Close Writing in fiktionalen Autobiografien
• Nathan Taylor (Goethe-Universität Frankfurt a.M.): Styles of Redress: Elmiger Revises Kleist
16 Uhr Podiumsdiskussion
Moderation: Claude Haas (ZfL)
• Stil und Moral in der Gegenwartskultur
mit Diedrich Diederichsen (Wien), Hanna Engelmeier (KWI Essen), Johannes Franzen (Universität Mannheim)
Abb. oben: D.M. Nagu, aus der Serie L'avenir du livre (2023/24)
Alle Informationen und Updates auf unserer Website https://www.zfl-berlin.org/veranstaltungen-detail/items/stil-und-moral.html
Ursprüngliche Veranstaltungsquelle
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